Im Lichte der Gedichte...
Wie ich schon weiter vorn angedeutet habe, gibt es von mir nicht nur zusammenhängende Geschichten, sondern auch einige Dichterverse. Und es werden immer mehr. Meistens sind es Geschehnisse in der Welt, sei es vor der eigenen Haustür oder irgendwo sonst, die mich inspirieren. Ein paar werde ich weiter unten einfügen, ich wünsche euch viel Spaß.
Das Klopapier
Heut ist es für uns unverzichtbar,
erfunden ward's im fernen China.
Erst vor knapp Hundertfünfzig Jahren,
hat man bei uns davon erfahren.
Mit unverhohlenem Erschrecken,
kann man durch Nachforschung entdecken,
was uns're Ahnen noch benutzten,
um sich den Hintern abzuputzen.
Man liest von Blättern, Stroh und Gras,
selbst Federvieh, das ist kein Spaß,
wurde zur Reinigung verwandt.
Woanders nahm man gar die Hand...
So war im fernen Orient,
die Linke für's Geschäft bestimmt.
Die Rechte wahrte man indessen,
zum Händeschütteln und für's Essen.
Ganz anders ist es hierzulande,
im Bundestag am rechten Rande,
dort wühlt die Rechte, nur zum Selbstzweck,
mit Inbrunst in dem braunen Sch...dreck.
Doch sollte nicht vergessen werden,
dass Erich H.'s versteckte Erben,
Gedanken haben in der Linken,
die ebenfalls zum Himmel stinken.
So mag der froh sein, der am Ende
in Unschuld waschen kann, die Hände.
Nun wünsch' ich Mensch und Federtier,
allzeit genügend Klopapier!
Der Smartphonegänger
Mit leichter Sorge blick' ich schon
auf die Smartphonegeneration.
Tagein tagaus und allerorten
sind Handynutzer zu verorten.
Gesenkten Hauptes steh'n und gehen
sie ihres Weges, übersehen
dabei das eine oder and're
Hindernis an dem Wegesrande.
Rumsbums! Da wackelt die Laterne
und unser Jüngling der sieht Sterne.
Aus seiner Nase tropft das Blut,
dem jungen Kerl geht's gar nicht gut.
Der Schmerz fährt ihm in seine Glieder,
doch schnell berappelt er sich wieder.
Nun gilt es Haltung zu bewahren,
denn er sieht weitere Gefahren.
Mit Schrecken muss er eruieren,
ob and're ihn videografieren.
Denn Sorge scheint ihm zu bereiten,
sein Unglück könnte sich verbreiten.
Er grübelt schon und voller Scham,
wie Youtube oder Instagram,
bereits in einer guten Stunde
von seinem Leid tun weite Kunde.
Erleichternd wird dem Guten klar,
dass niemand in der Nähe war.
Nun fasst er zaghaft mit der Linken
an seinen recht verbeulten Zinken.
"Autsch!" Und verdammt, ojemine,
sein Riechorgan tut furchtbar weh.
"Hey Siri!", jammert er ins Iphone,
"Wähl Dr. Meyers Nummer, mach schon!"
Nach zweien schmerzerfüllter Stunden
ist seine Nase frisch verbunden.
Und auf dem Weg zurück nach Hause
hat Jünglings Smartphone Sendepause.
Staatstheater
Um das Berliner Kanzleramt
ist wieder mal der Streit entbrannt.
Ich stelle nun, aus kalter Hose,
dazu die folgende Prognose:
Der Söder spricht zu Laschets Armin
"Ich will das große Amt in Berlin!"
Drauf Laschet zu dem Södermarkus:
"Ich lass dich net in unser Haupthaus!"
Der Grüne Robert hat's bequemer,
und sagt sogleich zur Annalena:
"Werd Du die Kanzlerkandidatin!"
Ich schau da mal in Ruhe hin,
wie Franke oder auch Westfale
doch noch im knappen Sieg erstrahle.
Dann kannst Du mitregier'n als Vize,
derweil ich dich vier Jahre trieze.
Und dann zum nächsten Wahldatum,
machen wir es mal anders rum.
So ist das Ganze heut nur Selbstzweck,
denn grüner Kanzler wird der Habeck.
Die Pubertät
Wenn sich die Erde westwärts dreht,
wenn niemand da ist, der versteht,
des Nachbars Hahn im Dunkeln kräht,
der Schiedsrichter die Wiese mäht,
wenn Mama dir im Wege steht,
dir Papa auf die Nerven geht,
der Wind dir stets entgegen weht,
der Haarwuchs überall entsteht,
das Krumme ständig gerade steht,
im Flachland sich der Hügel hebt,
wenn Schule ohne Sinn ergeht
und laut dein Herz nach Freiheit fleht,
dann bist du in der Pubertät.
Ein Glück, dass sie vorübergeht...